Zwölf - 12 Sonntage zum Thema "Das Leben"

Unsere Predigtreihe ZWÖLF

Teil 12 und der Abschluss der Zwölf-Reihe: Unterwegs ins Licht

 

 
Hier ist die Abschlusspredigt der Zwölf-Reihe: Unterwegs ins Licht.

Teil 11

Das elfte Video aus der Zwölf-Reihe: Der angegriffene Glaube

 


Teil 10

Das zehnte Video aus der Zwölf-Reihe: Einzigartigkeit und Gemeinschaft

 


Die dazu passende Predigt vom 13.05.2018 gibt es hier: Einzigartig in Gemeinschaft


Teil 9

Hier geht es zum neunten Video unserer Zwölf-Reihe: Zuhause und doch fremd



Dazu die Predigt vom 22. April 2018 - Zuhause und doch fremd

Teil 8

Hier geht es zum achten Video unserer Zwölf-Reihe: Ein Riese kann sich bücken

 


Dazu die Predigt vom 15. April 2018 - Ein Riese kann sich bücken.

Und weil die Predigt mit der Präsentation besser zu verstehen ist, hier ein paar Auszüge daraus:

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Teil 7a

Christsein und Moral - kleiner Zwischenstopp

 

Teil 7

Hier geht es zum siebten Video: Licht finden und sein

 


Hier geht es zur Predigt vom 11. März 2018. 

Teil 6

Hier geht es zum sechsten Video: Lernen und wachsen

 


Dazu die Predigt vom 25.02.2018: Neu werden Teil 2 

Teil 5

Hier geht es zum fünften Video der Reihe: Neu werden

 

 Dazu die Predigt vom 18.02.2018: Neu werden

Teil 4

Hier geht es zum vierten Video der Reihe: Aktive Ohnmacht

 

Und dazu die Predigt vom 11.02.2018: Aktive Ohnmacht - ohnmächtige Aktion


Teil 3

Hier geht es zum dritten Video der Reihe: Einzelkämpfer in Gemeinschaft

 


Und hier ist die Predigt vom 04.02.2018 zum Thema: Einzelkämpfer in Gemeinschaft 

Teil 2

Hier geht es zum zweiten Video der Reihe: Fliege im Spinnennetz

 


Und hier zur zweiten Predigt zum Thema:

Predigt vom 28.01.2018: Wie die Fliege im Spinnennetz

 

Teil 1

Hier geht es zum ersten Video der Reihe: Leben wie üblich

 



Und hier zur ersten Predigt zum Thema:

Leben wie üblich, Predigt vom 21. Januar 2018

Das Leben selbst

Das Leben ist ein Wunder!

Zu diesem Thema gab es am 8. Januar 2016 eine Predigt, in der Gerd Voß uns in Erinnerung ruft, dass nichts selbstverständlich ist, nicht einmal die Zellen, aus denen wir bestehen (und dass es durchaus möglich ist, dass ein Teil von uns mal ein Strunk Grünkohl gewesen sein könnte... kleiner Scherz :) ).

Während der Predigt gab es einen Abschnitt, in dem einige Gottesdienstbesucher kleine Sätze gesagt haben. Die gibt es ergänzend hier, da sie in der Aufnahme nicht gut zu verstehen sind:

Du - was brauchst du?

Du - was fehlt dir?

Du - was freut dich?

Du - worauf hoffst du?

Du - kann ich dir helfen?

Du - darf ich dich segnen?

Du - ich bete für dich.

Du - ich denk an dich.

Du - ich hab Zeit für dich.

Du - ich mach mir Sorgen um dich.

Du - warum ziehst du dich in dein Schneckenhaus zurück?

Du - ich vergebe dir.

Du - ich vertraue dir.

Du - ich hab dich lieb.

Du - bist mein Bruder.

Du - bist meine Schwester.

 

Hier nun in unserer kleinen Reihe besonderer Predigten eine Aufforderung zum Staunen.

 

Hier geht es zur Predigt: Das Leben selbst!

Erntedank



Zum Erntedank gab es am 2. Oktober eine besondere Predigt mit besonderem Bühnenschmuck und vielen Alltagssegnungen.

Hier geht es zur Predigt.

Segnungen sind etwas schönes... hier kann man ein paar nachlesen.

Ein paar Bilder zum Gottesdienst gibt es auch:

 
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Die "Brotdosenpredigt" von Gerd Voß


Am 7. August 2016 hielt Gerd Voß anlässlich eines Einschulungsgottesdienstes eine Predigt zum Thema Lernen.

Wie wenden wir das, was wir gelernt haben, eigentlich an? Wenden wir es überhaupt an? Oder ist es vielleicht im "Ernstfall" gar nicht da, sondern wir haben schlagartig alles vergessen, was wir gelernt haben? Und das gilt nicht nur für Schulwissen, sondern auch für Gott-Wissen und für das, was wir über und aus der Bibel ja eigentlich alles längst wissen.

Lassen Sie sich berichten, wie Brotdosen uns dabei helfen können, das Vergessen zu verhindern:

Hier geht´s zur MP3-Datei.

Misstraue ich mir eigentlich genug?

In der kleinen Reihe unserer besonderen Predigten gibt es dieses Mal eine herausfordernde Predigt von Helena, Mitglied der Jugendgruppe HOME. Gehalten wurde sie in einem von den Jugendlichen gestalteten Gottesdienst am 22. Mai 2016.

Im Mittelpunkt steht die Frage:

Was wäre, wenn bei uns im Kern alles faul wäre? Wenn die Selbstzufriedenheit die Überhand gewinnt und wir aufhören, uns selbst zu misstrauen? Wie nah lasse ich Gott an mich heran?

Hier geht es zur Predigt im MP3-Format.

Vielen Dank an die Jugendlichen für den Frischekick in unseren Gottesdiensten! 

 

 

 

 

Osterpredigt von Gerd Voß

Am 27. März 2016 gab es eine besondere Osterpredigt zu 1. Korinther 15.

 

Vorgetragen wurde sie von Gerd Voß im Poetry Slam Stil - sprich, in gereimter, lyrischer Weise.

Das klingt erst einmal seltsam, hinterließ aber einen faszinierenden Eindruck, besonders über die gesamte Länge der Predigt. Die Osterbotschaft verdichtete und entwickelte sich ganz anders als in Predigten in "normaler Sprache". Und weil es wirklich gut war, bekommt diese Predigt einen eigenen Eintrag in unserer brandneuen Kategorie "Besondere Predigten".

 

Hier ist der Link zur MP3-Datei - viel Freude beim Anhören der Osterbotschaft


Das höchste Gebot

Predigt von Iris Guth, 9. August 2015

Weil es so gut war, hier noch der Predigttext von Iris Guth. Viele gute Gedanken beim Lesen!

Das höchste Gebot


Neulich kam unser Sohn Moritz mit einer Hausaufgabe nach Hause. Für den Reli-Unterricht sollte jeder eine DVD über Jesus angucken. Er hatte eine erwischt, das war sogar eine Doppel-DVD. 6 Stunden. Und dann kam die Frage: Mama, guckst du das mit mir?
Und was soll ich sagen: es war klasse. Total beeindruckend.
Wir saßen da so und erlebten quasi wichtige Punkte aus der Lebensgeschichte von Jesus live mit.
Wir waren dabei, wenn Jesus was direkt zu Menschen sagt.
Und wir waren dabei, wenn Menschen direkt was zu Jesus sagen.
Und wir kriegten mit, wie tiefer Glauben die Menschen handeln läßt.
Obwohl sie noch gar nicht weiter gucken konnten.
Fand ich faszinierend.
Die Szene, die heute zu dem Predigttext führt, die war auch dabei. In die möchte ich euch gern mitreinnehmen.
Versucht einfach, mit einzusteigen und euch das vorzustellen.

Es beginnt, als Jesus nach längerer Wanderung schließlich nach Jerusalem kommt. Die Menschen in den Straßen sind voll begeistert, und legen grünen Zweigen und ihre Kleider auf den Weg.
Und Jesus selbst? Der geht in den Tempel.
Und trifft dort auf die Geldwechsler und Händler, die er total wütend vertreibt. Ihr wißt das. Da ist ordentlich Aufruhr im Tempel. Die Hohepriester und Schriftgelehrten sind ganz schön perplex.
Der, von dem sie gehört haben, ist einer, der die Massen anzieht.
Aber einer, der Dinge laut beim Namen nennt, den haben sie nicht erwartet.
Und die Schriftgelehrten stellen Jesus Fragen, um nun wirklich zu erfahren: Wie tickt dieser Jesus? Was will er eigentlich? Was steckt hinter diesem ganzen großen Gerede und diesen Gerüchten und Vorschußlorbeeren?
Ganz grundlegende Dinge fragen sie ihn.
z.B. Aus welcher Vollmacht tust du das?
Oder: ist es recht, dass wir dem Kaiser Steuern zahlen?
Und: wenn es Auferstehung gibt und eine Frau heiratet einen Mann und der stirbt und sie heiratet nacheinander alle Brüder, die auch sterben, wessen Frau wird sie im Himmel sein?

Und Jesus antwortet klug. Mal mit einer Gegenfrage, mal mit einem Gleichnis, mal ganz konkret.
Und tatsächlich gibt er ihnen letztendlich zu verstehen, dass sie sich in ihrem angehäuften Wissen irren und dass sie weder die Schrift kennen noch die Kraft Gottes.
Das ist ein ganz schöner Hammer.

Ein Schriftgelehrter ist ganz beeindruckt von dem, wie gut Jesus geantwortet hat. Wie verständig und ohne Scheu. Und wie er sich selbst dabei überhaupt nicht heroisch dargestellt hat. Sondern Jesus sagt einfach das, was es zu sagen gibt.
Und dieser Schriftgelehrte stellt nun eine Frage. Eine Frage, die auf den Kern zielt und mit der er wissen möchte:
Also, wie ist das jetzt?
Die Frage, die der Schriftgelehrte stellt, ist die:
Welches ist das höchste Gebot?
Und Jesus antwortet ihm ohne Umschweife. Ganz direkt. Das steht im Markus-Evangelium, die Verse 29-31 und ist der Predigt-Text:
Jesus sagt: Das höchste Gebot ist das: Höre Israel, der Herr unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.
Das andre ist dies: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als diese.

Das ist die Antwort von Jesus.
Was meint ihr, wie nimmt der Schriftgelehrte das wohl auf? Meint ihr, er kann er da was mit anfangen?
Stellen wir uns mal mit auf den Wissenstand von dem Schriftgelehrten. Wir wissen nichts darüber, wie es mit Jesus weitergeht. Welche Vollmachten sich durch ihn noch offenbaren. Haben nur das gehört, was durch Mundpropaganda bis nach Jerusalem gedrungen ist:
Jesus ist ein äußerst interessanter Typ. Ein Heiler. Einer, der sich um Arme und Kranke kümmert. Einer, der von Gottes Liebe zu den Menschen spricht.

Jetzt hat der Schriftgelehrte Jesus gerade persönlich kennengelernt. Klar und deutlich sagt Jesus, wie es gut ist und wie es sein soll in unserem Menschenleben mit Gott und untereinander.
Was hätten wir wohl Jesus jetzt geantwortet?

Der Schriftgelehrte jedenfalls sagt:
Meister, du hast wahrhaftig recht geredet. Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten wie sich selbst, ...

also dem, was Jesus da gesagt hat, dem kann der Schriftgelehrte alles zustimmen. Das entspricht anscheinend schon dem, was er selbst erkannt hat.
Aber dann geht der Schriftgelehrte noch weiter. Er sagt:
- ich les noch mal im Zusammenhang-
Meister, du hast wahrhaftig recht geredet. Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm - und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.

Mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Gott lieben von ganzem Herzen und seinen Nächsten wie sich selbst, ist mehr als Brandopfer und Schlachtopfer. Mehr als alle Rituale. Mehr als alles andere, was man gibt. Lieben, von ganzem Herzen, Gott und den Nächsten, das erfordert den ganzen Menschen. Die ganze Einheit Mensch.

Und wie reagiert Jesus auf die Antwort des Schriftgelehrten?
Im Vers 34 geht es weiter und da steht:
Als Jesus sieht, mit welcher Einsicht der Schriftgelehrte geantwortet hat, sagt er zu ihm:
Du bist nicht fern vom Reich Gottes.

Das ganze ist ein total öffentliches Gespräch.
Aus einem Menschenmund kommt, wie er zu Gott steht. Welche Einsicht er über Gott und das Leben hat.
Und Jesus, der Sohn Gottes, sagt etwas dazu. Er bestätigt diesen Mann, bestätigt das, was der denkt und erfasst.
Und antwortet: Du bist nicht fern vom Reich Gottes.

Wir sind also nicht fern vom Reich Gottes, wenn wir das so denken und sagen können.

Beziehen wir das ganze Geschehen einmal auf uns.
Wenn einer von uns Jesus gefragt hätte: Welches ist das höchste Gebot?
Und Jesus hätte gesagt: Das höchste Gebot ist dies:
Höre, Landeskirchliche Gemeinschaft Verden, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften. Das andre ist dies: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als diese.

Dann wissen wir nun Bescheid. Jesus ist ganz konkret.
Das ist es. Wir haben es gehört.
Und wie stellen wir uns nun dazu?
Ist diese Aussage von Jesus uns angenehm? Oder trifft sie einen wunden Punkt?

Können wir dem denn grundsätzlich zustimmen?
Wahrscheinlich ja.
Leben wir das auch? Wir nennen uns ja Christen, dann wäre das ja eigentlich zu erwarten.
Es ist ja das wichtigste Gebot. Und wir kennen es.

Gott lieben von ganzem Herzen.
Gott lieben von ganzer Seele.
Gott lieben von ganzem Gemüt.
Gott lieben von allen deinen Kräften.

Das sind ganz schön große Aussagen.
Nein, das stimmt gar nicht. Das ist viel mehr. Das ist der 1. Teil des obersten Gebots.

Alles kreist um das Lieben.
Lieben, das ist ein Wort, bei dem wir einerseits denken:
alles klar - und andererseits: nichts ist klar. Oder: genau meins und andererseits: mir viel zu gefühlsduselig und sentimental.
Gucken wir mal, was da überhaupt so mitschwingt, wenn wir von lieben reden. Im Wörterbuch finden wir dazu:



Lieben.
Es ist die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch entgegenbringen kann.
Es ist innige und tiefe Verbundenheit.
Es übersteigt den Nutzwert einer Beziehung.
Es drückt sich in entgegenkommende, tätige Zuwendung aus.

Beziehen wir diese Ausprägungen eigentlich alle auf Gott?
Lieben.
Es ist die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die du deinem Gott entgegenbringen kann.
Es ist innige und tiefe Verbundenheit mit deinem Gott.
Es übersteigt den Nutzwert deiner Beziehung zu deinem Gott.
Es drückt sich in entgegenkommender, tätiger Zuwendung zu deinem Gott aus.

Wie klingt das alles für euch? Könnt ihr da mitgehen? Verbindet ihr Gott und Liebe auf diese Art miteinander?
Ich glaub, wir sind da zurückhaltend mit einem schnellen Ja.

Im Gebetsraum in der Georgstraße liegt ein Gebetsbuch, das heißt: Liebe, ich will dich lieben, und da stehen sehr viele Gebete drin, die davon handeln: Gott, ich hab dich lieb. Ich hab dieses Buch mal mitgebracht und lese euch mal ein Gebet vor:
Ganz schön extrem für unsere Ohren, wie der Schreiber dieses Gebets die Worte `lieben` und `Gott` zusammensetzt, oder? Ganz schön ungewohnt, das so zu hören, finde ich. Und ich musste daran denken, was dieser Mensch wohl erlebt hat, dass er das so ausdrücken mag?
Was müssten wir wohl erleben, damit wir das so in der Form in etwa sagen mögen?

Vielleicht denkt jetzt jemand: also, um das sagen zu können, um das wirklich sagen zu können, da fehlt mir aber noch was.
Noch was an Gefühl. An Hingabe. So weit bin ich noch nicht.
Oder: bisher fand ich Gott immer eher streng.
Oder: meine 1.Liebe zu Gott ist irgendwie verblasst und jetzt ist es ziemlich lau.


Möglicherweise auch: meine Beziehung zu Gott hab ich bisher echt nicht mit lieben betitelt. Vielleicht ehren, achten, gern haben, mir wichtig sein, fasziniert sein. Das ja. Aber lieben?
Aber es geht nicht um irgendwas, sondern um das höchste Gebot.
Liebe Gott von ganzem Herzen. Jesus macht das ja klar.
Deshalb müssen wir darüber nachdenken und können es nicht abtun mit Begründungen, die wir uns selber geben.
Wir müssen was an unserer Gottesbeziehung tun.


Zuallererst, bei all den Gedanken in diese Richtung, kommt etwas sehr Schönes. Etwas, was richtig erleichtert. Etwas, was atmen lässt.
Nämlich:

Wir dürfen das. Wir dürfen den Allmächtigen lieben. Wir dürfen unseren Schöpfer lieb haben. Das ist sooo erstaunlich. Und soo wunderschön.
Er nimmt unsere Liebe an! Das ist es doch, wonach wir uns sehnen.
Angenommene Liebe. Unsere Liebe zu Gott verpufft nicht im luftleeren Raum.
Gott möchte, dass wir ihn lieben. Er möchte unsere Liebe annehmen. Er wartet auf unsere Liebe.
Joh. 14, 23 Jesus spricht: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

Und wie wäre es, es tatsächlich einfach zu tun? Dieser Gedanke kam mir vor kurzem.
Einfach das, was du für Gott empfindest, Lieben zu nennen?
Es aussprechen und mit Gott verbinden?

Bei mir selbst kam bei diesem Gedanken erst mal ein inneres Seufzen, vielleicht bei manchem von euch auch, und man ist schnell dabei und sagt zu sich selbst:
was? mein Lieben, das ist aber ganz schön dünn. Verquer. Unbeständig. Eigentlich ganz schön schwach und wackelig und unausgeprägt.
Ja, tatsächlich, ich denke, das ist so. Bei jedem. Jeder liebt auf seine ganz eigene Art, und die ist in irgendeiner Weise unvollkommen, unsicher, unausgereift, ungeübt, ungelenk, unbeholfen, und bestimmt noch ganz viele andere `un`s.
Aber es gibt keinen Grund, dass wir uns deshalb drangsalieren oder kasteien und dass wir verbissen werden.

Gott nimmt uns und unser Gefühl, sei es stark und groß
oder noch so klein und unrein, an, wenn es aus dem Herzen kommt.
1.Kor.8,3 Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.

Ich weiß nicht, wie oft du diesen Satz: ich hab dich lieb, Gott, ich liebe dich Gott, schon gesagt hast. Wie oft er dir schon über die Lippen gekommen ist, außer in Liedern. Vielleicht hast du ihn tatsächlich bisher zurückgehalten. Oder vermieden. Vielleicht hast du dich aus Scham und Scheu bisher nicht so richtig getraut.
Aber dieses Wort ist wichtig. Wenn wir uns in dieses Wort reinfinden lernen, können wir auch mit den Aussagen in der Bibel, die von der Liebe zu Gott handeln, etwas anfangen.
z. B. In den Psalmen: Psalm 18, 2 Herzlich lieb hab ich dich, Herr.
Dann sprechen die Liebes- Worte und die Empfindungen, die damit zusammenhängen, auch zu uns und kriegen eine Bedeutung.
Unsere eigene Liebesfähigkeit hat eine Chance sich zu entwickeln.
Deshalb ist es gut, das Wort `Lieben` wirklich zu gebrauchen.
Vielleicht im Gebet und vielleicht auch nur solch eines wie:
hilf mir, mein Gott, dich zu lieben, dich lieb zu haben. Hilf mir, mich zu trauen, hilf mir, mich hineinzufinden in die Liebe zu dir.

Es tatsächlich aussprechen, so wie du bist, in deiner Stärke oder in deiner Schwäche, so wie du`s kannst: `ich hab dich lieb Gott`.
Und das bloße Sagen, das wirkt schon, das ist schon selbstwirksam. Ausgesprochene Worte haben die Chance, mit Gottes Hilfe immer wahrer zu werden. Sie kommen ans Licht. Und werden konkreter und fassbarer.
Wir werden vertrauter werden mit dem Klang der Worte.
Und vertrauter mit der Wirkung der Worte. Wir hören sie ja aus unserem eigenen Mund, laut oder leise, verhalten oder kräftig, ganz egal.
Bis sie uns so vertraut sind, dass wir sagen: ja, so ist es. Das tue ich . Ich hab dich, Gott, wirklich lieb.

Es mag sogar sein, dass jemand das Wort `lieben` gar nicht so gern gebraucht, weil es weich macht. Und weich bedeutet für denjenigen vielleicht lasch oder nachgiebig, und das ist irgendwie irritierend.

Und dabei ist weich in Zusammenhang mit lieben
achtsam sein, aufmerksam sein , empfindsam sein. Es hat ein Gegenüber.

Denn wenn man liebt, gibt man sich voll rein in sein Gegenüber und in diese Beziehung. D.h. es gibt eine andere Seite, die Einfluss auf einen selbst hat. Sehr großen Einfluss sogar.

Deine ureigene Beziehung zu Gott `lieben` zu nennen, offenbart dir selbst einiges:
dass du an Gott hängst
dass es dir sehr viel ausmacht, wie es zwischen Gott und dir ist
dass alles geklärt sein soll zwischen euch
dass du möchtest, dass ihr euch nah seid
dass du ihn verstehen möchtest
dass du dich wohl fühlst bei ihm
und noch so vieles mehr. Ganz individuell.

Du kannst und willst die Beziehung zu Gott dann nicht mehr nur so brackern lassen. Durch die Worte `ich hab dich lieb, Gott` ziehst du Gott näher an dich heran. Da entsteht etwas Tieferes.
Alles, was dir passiert, beziehst du auf diese Beziehung zu Gott hin.
Alles tauchst du in diese Liebe ein.
Das, was dir an Gutem widerfährt.
Und das, was dir an Schlechtem widerfährt. Was natürlich ungleich schwerer ist.
Manchmal ist es dran, darum zu kämpfen, in der Liebe zu Gott zu bleiben. Sich auch manchmal zu prüfen: liebe ich Gott oder liebe ich seine Segnungen?
Aber je vertrauter du auf dem Weg der Liebe zu ihm wirst,
je mehr dir die Verse aus der Bibel über die Liebe etwas sagen
und du dich darin wiederfindest,
desto leichter wird es dir fallen, immer wieder zu der Liebe und Hingabe zu Gott zurückzufinden und zurückzukehren.
Deshalb ist es so wichtig, diese Schritte in die Liebe wirklich zu gehen. Ganz behutsam möglicherweise. Nur: Gehen.

In Römer 8, 28 steht, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Bonhoeffer, hab ich gefunden, sagt dazu, dass Gott dafür Menschen braucht, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Alle Dinge. Böse Dinge. Das ist sehr schwer, da geht’s richtig ins Eingemachte, das wissen wir.

Aber: auch gute Dinge. Auch gute Dinge. Liebe. Gott braucht Menschen, die sich Liebe zum Besten dienen lassen.

Meistens nennen wir nur schwere Wahrheiten beim Namen. Nennen wir auch die guten Wahrheiten beim Namen. Nennen wir die Liebe beim Namen.


Und das allerschönste, allerwichtigste, allererleichterndste hab ich ja noch gar nicht gesagt. Das kommt jetzt zum Schluß. Der Grundstein, auf dem alles aufgebaut ist. Unser Gegenüber. Gott.
Gott liebt uns zuerst. Über uns ist der Allmächtige, der uns liebt. ER liebt uns schon. Und das ist für ihn unveränderlich. Unumstößlich. Für uns schier unglaublich.
Aber das ist die Bank. Das ist der Fels, auf dem wir stehen. Gott liebt uns. Er will innig mit uns sein. Der ganze Strom der Liebe kommt schon auf uns zu. Ist schon da. Wie in Römer 5,5 denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen.

Er will Wohnung in uns nehmen, wie wir vorhin gehört haben.
Wozu will er das?
Gott will in uns wohnen, damit wir, seine Geschöpfe, die Fülle und volle Genüge haben. Damit wir geborgen sind. Damit unsere Sehnsucht gestillt ist. Und wir Ruhe und Frieden finden.

Jetzt könnte man sagen: nun ist alles gut. Gott liebt mich, ich liebe Gott. Nun ist wirklich alles gut.
Ist es auch. Es ist die Keimzelle für das Leben, das Gott sich für uns gedacht hat. Manche Wörter haben ihre Bedeutung schon in sich, und bei dem Wort Keimzelle ist das auch so, finde ich. Keimzelle, da will was keimen, da will sich was entwickeln. Die Keimzelle trägt die Entwicklung schon in sich. Sonst wärs ja auch keine Keimzelle.
Eine Keimzelle ist überhaupt kein Kokon, in dem alles nur innen drin bleibt, alles irgendwie auch nur geistlich, wenn wir das Bild auf unsere Gottesbeziehung hin anwenden.

Wir Menschen sind doch auch Praktiker und Fühler und vor allem Beziehungswesen. So hat Gott uns geschaffen.
Und wenn wir an die Definition von Liebe von vorhin denken, da hieß es:
lieben drückt sich in entgegenkommender, tätiger Zuwendung aus.
Nochmal auf Gott bezogen, was heißt das?

Ich habe Gott, mein Gegenüber, lieb. Meinen Retter. Meinen Erlöser. Meinen Tröster. Meinen Freund. Und ich frage, so wie man es unter Liebenden tut:
Was ist es, was dir, Gott, gefällt?

Jetzt kommt der 2. Teil des wichtigsten Gebots. Jesus knüpft einen 2. Teil an das wichtigste. Der 2. Teil ist dem ersten gleich.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Das bedeutet:
Gott möchte, dass wir ihn lieben. Gott, unser Vater, macht uns selber Mut zu lieben. Fürchtet euch nicht, heißt es an vielen Stellen in der Bibel. Das gilt auch für die Liebe. Baut keine eigenen Hindernisse und Hürden auf. Gott hat keine. Seine große, seine vollkommene Liebe empfängt unsere Liebe, so wie sie ist.
Gott möchte, dass wir ihn lieben. Weil mit der Liebe, im Liebevoll sein, alles lebendig wird. Da steckt das Leben drin. Da entwickelt sich alles und etwas, Breite und Tiefe, Danken und Fragen und Staunen. Ein Hin und Her mit Gott. Eine lebendige Beziehung. Die möchte Gott mit uns.
Das ist die Keimzelle, der 1. Schritt im obersten Gebot.
Und Gott macht, dass der 2. Schritt kommen will.
Dass wir seine Liebe teilen wollen. Kein Kokon, sondern Teilung.
So erwidern wir auch seine Liebe.
Im 1. Joh. 3, Vers 17 steht dazu: Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt dann die Liebe Gottes in ihm?

Jesus sagt:
Liebt euren Gott, ihr Menschen. Ihr werdet bereits von ihm geliebt. Bringt diese Liebe ins Leben. Nach rechts und nach links und vor und hinter euch. Haltet - nicht- zurück.
Das oberste Gebot.
Amen.


Gebet von Francis Rous, 1579-1659

Politiker und geistlicher Autor


Du hast meine Seele
mit der Berührung deines Geistes getroffen, o Allerliebster!
Es ist eine Kraft aus dir geflossen, die ist zu mir gekommen und hat mich gänzlich zu dir gezogen.
Dein Geist ist der Magnet der Liebe, und die Geister, die er berührt, überschüttet er mit Liebe.
Die Kraft der Liebe aber macht, dass sich die Seele bewegt und wendet zu ihrem Geliebten, von dem sie berührt wird. Dergestalt läuft sie durch dich, nach dir, o du Brunnquell und Ruhe der Liebe.
Deine Salben ziehen die Seele zu dem Salber und ihre Liebe fängt an und hört auf in dir.
Ach, dass meine Seele ohne Aufhören in diesem Liebeszirkel herumginge und allezeit diese Liebe begehrte zu schmecken, und durch dessen Geschmack zu deiner Liebe desto mehr entzündet würde!

(hab extra solch ein `extremes` Gebet herausgesucht, um zu verdeutlichen, auf welch verschiedenen Wegen Gottesliebe ausdrückbar ist)