An Sonntagen sind mir besonders wichtig die Ruhe und der Gottesdienst. Ohne den Gottesdienst vermisse ich mittlerweile etwas, das war nicht immer so. Früher als Kind durfte ein Gottesdienst für mich auf keinen Fall länger als 45 Minuten dauern – das hat sich im Vergleich zu heute deutlich verändert! Und auch die Form hat sich verändert. Neulich war ich zu Besuch bei meinem Bruder, wir haben einen traditionellen katholischen Gottesdienst besucht, und da haben mir die gesungenen Gebete sehr gut gefallen. Das hatte ich solange nicht gehört, dass es sich fast neu für mich angefühlt hat. Mein Bruder konnte diese Begeisterung nicht mit mir teilen, für ihn sind diese Gebete ganz normal.

In unseren Gottesdiensten ist die Lobpreiszeit ein sehr wichtiges Element für mich, wobei das „Sich-öffnen“ beim Singen wichtiger ist als der Text des Liedes. Wenn ich für mich allein singe, ist das etwas anderes, aber im LKG-Gottesdienst ist die Musik an sich der Türöffner. Und trotzdem könnte das alles wegfallen – nur die Predigt, die muss sein. Ohne Predigt kein Gottesdienst. Sie ist für mich das wichtigste Element. Der Kaffee danach ist auch sehr schön, aber natürlich nur, wenn es Kekse dazu gibt!

Wenn ich an früher denke, an Sonntage als Kind, fällt mir als erstes der Sonntagsspaziergang ein. Langweilig! Einmal versprach mir ein Onkel, wir würden eine Fußpost machen. Ich hatte keine Ahnung, was das sein könnte, habe mich gefreut und war schon ganz aufgeregt, was wir wohl Tolles unternehmen würden, und was war es? Ein öder Spaziergang! Davon habe ich wohl ein Trauma zurückbehalten, ich mache bis heute ungern Spaziergänge. Ansonsten erinnere ich mich an Sonntagsbraten, opulente Mittagessen mit Suppe, Braten und Beilagen und natürlich dem Nachtisch. Meine Mutter muss stundenlang in der Küche gestanden haben dafür. Selbstverständlich gab es dann nachmittags auch noch Kaffee und Kuchen. Verwandtschaftsbesuche waren toll, das lief immer alles spontan ab, ohne große Verabredungen vorher.

Heute wünsche ich mir am Sonntag immer schönes Wetter! Wünsche darf man ja haben. Der Sonntag sollte seinem Namen Ehre machen. Und außerdem wäre es schön, ausschlafen zu können, das gelingt mir meistens nämlich nicht.