Nun ja, was erwarten Sie? Hier werden Sie natürlich als Antwort ein "Ja" finden. Aber wir wollen das auch begründen.

1. Der christliche Glaube ist nicht ausgedacht

Im Unterschied zur allgemeinen Religiosität unserer Zeit ist der christliche Glaube kein erdachtes oder wahrscheinliches System energetischer Kräfte, sondern das Ergebnis der jahrtausendewährenden Selbstvorstellung Gottes wie sie die Bibel bezeugt. Er zeigt sich als der Schöpfer und Erhalter, als der Richter, der Freund, der Retter und Erlöser. Sein zentrales Augenmerk gilt nicht der gesamten Schöpfung gleichermaßen, sondern vor allem dem Menschen als von ihm eingesetzten Verwalter.


2. Der christliche Glaube existiert zwischen Haben und Hoffen

Das berichtete und erlebbare Handeln Gottes durch seinen Geist und durch Jesus Christus zeigt: Gott ist da und er ist IN dieser Zeit und Welt aktiv. ABER: Ohne die Bibel bleibt uns Gottes Handeln rätselhaft und verborgen. Wir brauchen seine Selbsterklärung.

Der christliche Glaube ist allerdings weniger eine rein nützliche Angelegenheit als vielmehr eine tatsächliche Beziehung zu Gott durch Jesus Christus. In dieser Beziehung wird Gott JETZT und HIER als stärkend und tröstend erlebbar. Aber wir erkennen auch, dass unser Leben nicht nur auf 80 Jahre angelegt ist, sondern eine ewige Angelegenheit in enger Beziehung mit Gott ist. Darum ist Gottes heilendes, wegweisendes, tröstendes und helfendes Handeln hier vor allem ein Hinweis auf die Ewigkeit. Das ist der christliche Trost auf Beerdigungen: Der vom Tod auferstandene Jesus Christus zieht uns hinter sich her in das ewige Leben - er war der Erste, wir werden folgen, wenn wir glauben

3. Der christliche Glaube ist größer als das menschliche Denken.

Gott schuf die Welt aus nichts. Als sie dann da war, gab er sie dem Menschen zur Verwaltung. Diese Rangfolge ist unumkehrbar. Der Mensch kann nicht Gott ersetzen, nicht mit ihm konkurrieren, nicht mit ihm streiten, ABER er kann sich ihm anvertrauen. Zu diesem Vertrauen gehört die Erkenntnis: "Ich bin ein Teil der Schöpfung - geliebt von Gott und hochbegabt, aber ich bin nicht der Schöpfer selbst." Jeder menschliche Fortschritt kann sich immer nur im Rahmen dessen bewegen, dass wir als Geschaffene mit Geschaffenem umgehen. Mehr können wir nicht. Darum können wir uns auch nicht die Antwort auf die letzten Sinnfragen geben. Aber Gott kann es UND er tut es. Christlicher Glaube ist die Wiederentdeckung des verloren gegangenen Lebenssinnes für jeden Menschen. Erfolg, Macht, Triebbefriedigung, Ansehen und materieller Wohlstand sind gut, aber sie gehen an der Sinnfrage vorbei. Das wäre so, als würde man sich ein Auto kaufen, um eine Klimaanlage zu besitzen.

Die Antwort auf die Frage: "Warum und Wozu bin ich da?" wird einzig und allein von Gott beantwortet: "Du bist da, um in Gemeinschaft mit mir (Gott) als mein Geschöpf zu leben. Du bist da, um die Welt zu verwalten. Du bist da, um zu lieben.

Die Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit, Aufgabe und Ziel sind nicht aus uns selbst zu beantworten. Die Antwort kommt von außen: Vom Konstrukteur des Lebens: Gott.

Darum sind wir misstrauisch gegenüber jeder Welterklärung, die uns von vorn bis hinten als plausibel und einleuchtend erklärt wird. Sie ist in der Regel von Menschen erdacht und daher nie größer als das, was von Menschen erdacht sein kann. Am Ende kreist der Mensch in seiner eigenen Begrenzung und hält sich für Gott, weil er sich selbst einleuchtend findet.

4. Der Bumerang menschlicher Überheblichkeit

"Jeder ist für sich selbst verantwortlich" und "Wir haben diese Erde nur von unseren Kindern geliehen." - das sind beliebte Sätze aus dem Fundus menschlicher Weisheit. ABER: Wie will der Mensch die Verantwortung denn tragen für das, was er tut? Wie will er denn seinen Kindern Rede und Antwort stehen? Auf unserer Suche nach Sinn und Befriedigung für unser durstiges Dasein hinterlassen wir weltweit eine Spur der Verwüstung in der Umwelt und in den Beziehungen. Wer will dafür eigentlich Rede und Antwort stehen? Und selbst wenn unsere Kinder irgendwann die Welt von uns erben - wir werden von der Bühne abgetreten sein, wenn sie kapieren, was wir ihnen hinterlassen haben. Genau diesen verwüstenden Stil des Lebens nennt die Bibel Schuld. Sie resultiert daraus, dass Menschen ohne Gott keine befriedigenden Antworten auf ihre Fragen und Bedürfnisse bekommen. Dennoch raffen wir verzweifelt alles möglich an uns, um wenigstens einen Ersatz für unbeantwortete Fragen zu haben.

Der Bumerang dieser überheblichen Sätze vom Beginn dieses Abschnittes kommt dennoch auf uns zurück: Gott wird uns fragen. Ja, wir werden zur Verantwortung gezogen und werden Rede und Antwort stehen müssen. Wir werden die Verantwortung nicht tragen können, nicht antworten können, sondern beschämt verstummen, wenn Gott nicht nur unser Tun, sondern auch unser Denken, unsere Motive und unsere Gleichgültigkeit aufdeckt.

Die Bibel berichtet uns, dass Gott uns vor diesem Tag bewahren will, an dem wir unser Leben endgültig verlören. Das ist die Geschichte von Jesus Christus, in dem Gott auf die Erde gekommen ist. Seine Lehre und sein Leben zeigen auf, was Menschsein bedeutet. Sein schuldloser Tod am Kreuz bedeutet: Gott lässt sich für UNSERE Schuld zur Verantwortung ziehen. Der Richter stirbt hier für die Delinquenten. Das ist das Zentrum der Liebe Gottes zu den Menschen und damit auch das Zentrum des christlichen Glaubens. Gott rettet unser Leben für die Ewigkeit. Mit der Auferstehung drei Tage nach dem Tod am Kreuz zeigt er, dass er das Zeug dazu auch hat.

Er lebt bis heute. Das ist der einzige Grund, aus dem wir von diesem Glauben leben und erzählen, warum wir an seiner Gemeinde und Kirche bauen und diesen Verein: Landeskirchliche Gemeinschaft Verden e.V. mit großem Einsatz bauen - um Gott vor Menschen groß zu machen und um Menschen zu dienen.