Heiliger Moment

Heiliger Moment



Es war der letzte Abend von unserem Klosteraufenthalt. Celina und ich (Rebekka) saßen nach dem Abendbrot noch viereinhalb Stunden in der Küche und unterhielten uns einfach. Dabei ging es auch um sehr persönliche Dinge und als ich ihr einen Ratschlag gab und diesen mehrmals anders formuliert hatte, führten wir eigentlich kein Gespräch mehr. Also ich sprach einfach zu ihr. Celina sagte zu diesem Moment, dass es wie ein Film auf Leinwand wirkte. Dass ich zwar als Bild zu sehen war, aber nicht ich es war, die sprach. Noch während meines Sprechens merkte auch ich, dass ich zwar die Gedanken aussprach, die mir kamen, es aber nicht meine Gedanken waren. Nachdem ich also meinen letzten Satz ausgesprochen hatte, fügte ich direkt hinzu: "Das kam jetzt nicht von mir. Das kam jetzt von Gott! So hätte ich das gar nicht sagen können." Da begriffen wir, dass dieser Moment nicht einfach nur eine Mitteilung eines Ratschlages war, sondern dass Gott durch mich zu Celina sprach und ihr ihre Gabe mitgeteilt hat. Wir waren so geflasht und überwältigt, dass wir Gott dankten, beteten, weinten und uns minutenlang einfach nur umarmten.
Wenn man unser Gefühl beschreiben wollen würde, könnte man sagen, dass wir ein glücksüberstömendes Schockgefühl hatten. Wir waren nach dieser Erkenntnis und durch das, was und wie Gott uns das gesagt hat, einfach gelähmt und genossen diesen heiligen Moment, einfach vor Gott stehen zu dürfen.
Wer jetzt denkt, das war´s schon, hat sich getäuscht, denn als wir uns wieder einigermaßen beruhigt und uns wieder gesetzt hatten, hatte ich das Gefühl, die Bibel aufschlagen zu sollen. Ich glitt mit meinen Fingern über die Seiten und schlug Psalm 68, 20 auf: "Gepriesen sei der Herr! Tag für Tag trägt er unsere Lasten. Gott ist unsere Hilfe!". Celina´s Ausruf war daraufhin: "Das passt ja wie Arsch auf Eimer!", denn was ihr noch nicht wisst, in unserem Gespräch ging es genau um diese Lasten und seelischen Ballast. Danach erklärte ich ihr, dass ich einfach nur das Gefühl hatte, die Bibel aufschlagen zu sollen und Celina den ersten Vers mitzugeben, den ich sah.
Es war wirklich krass zu merken, wie lebendig Gott ist! Dass er uns in einem völlig unerwarteten Moment nutzt oder durch sein Wort tatsächlich so eindeutig spricht!

Und es kommt noch besser, denn obgleich dieser Moment in dem Moment total unerwartet war, hat Gott uns im Vorhinein schon darauf vorbereitet. Celina las während unseres Aufenthalts das Buch "Die Hütte - ein Wochenende mit Gott" und sie konnte diesen Moment perfekt auf dieses Buch projizieren, da Gott (Papa) dort auch oft in der Küche in einer Hütte mit dem Hauptdarsteller (Mack) spricht. Celina schreibt, dass es scheint, als sei dieses Buch die seelische Vorbereitung auf diesen Moment gewesen. Und auch ich hatte während eines Spaziergangs die Vorbereitung auf diesen Moment und zwar habe ich dort seine Gegenwart gespürt und war einfach still vor ihm, während er mich neu aufgestellt und losgeschickt hatte mit Zusprüchen, die wie Gedanken waren. Einer davon war also auch: "Ich werde dich dieses Wochenende noch gebrauchen!".

Es war für uns ein so überwältigender Moment und ein Geschenk, sehen zu dürfen, wie lebendig Gott ist und wirkt. Dass wir einfach offen sein müssen für sein Wirken und er einen großen Plan hat, was alles zu dem Gesamtpaket gehört. Welche kleinen Dinge wichtig sind, um das große Ganze begreifen zu können, oder auf bestimmte Momente oder Situationen vorbereitet zu werden.